18 Jun Sinnvoller Stillstand: Wie sich Parkzeiten beim Auto besser nutzen lassen

Wenn dein Auto den Einkauf und die Autoreinigung von selbst erledigt oder der Postbote deine Post im Kofferraum ablegt, dann könnte man meinen, dies sei ein Auszug aus einem Science-Fiction Film. Heutzutage aber gut denkbar, bei so vielen futuristischen Ideen und innovativen Möglichkeiten. Doch wie kommt der Einkauf ins Auto und wie wird das Auto in den sauberen Zustand verwandelt? Was die Daimler AG und die Startups Chark.me und MyCleaner damit zutun haben ist die nächste Frage, dessen Antwort im Folgenden geklärt wird. Film ab!

Die meisten Privatfahrzeuge stehen rund 23 Stunden am Tag nur herum. Standzeiten zu minimieren ist ein Ansatz, der beispielsweise durch Carsharing behandelt wird. Aber nicht jeder kann oder möchte sein Auto mit anderen teilen. Dass man die unproduktiven Parkzeiten aber auch sinnvoll zur eigenen Zeitoptimierung nutzen kann, ist neu. Ein kreatives Team der Daimler AG hat sich darüber Gedanken gemacht und mit innovativen Dienstleistern zusammen geschlossen. Herausgekommen ist dabei Chark.me, wobei CHARK für „CHAnge the way you pARK“ steht. Grundlage hierfür ist das „me connect“-System von Mercedes Benz, das ein sicheres, schlüsselloses Auf- und Abschließen des Fahrzeugs ermöglicht.

Digitale Parklösungen sind mehr als nur ein technisches Gimmick

Zunächst als reines Komfortmerkmal für den Fahrer gedacht, lässt sich die automatische Entsperrfunktion über App quasi von jedem Ort aus befehlen. Dienstleister können dies nutzen, um das Auto zum zentralen Dreh- und Angelpunkt ihrer Serviceangebote zu machen. Der Paketdienst kann Lieferungen im Kofferraum abstellen, Einkäufe können vom Lieferdienst auf gleiche Weise erledigt werden. Künftig können Fahrer das Auto also beispielsweise im Parkhaus lassen und zur Arbeit gehen. Bei ihrer Rückkehr sind alle Einkäufe bereits erledigt und das Auto frisch von innen und außen gereinigt. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Durch die offene Plattform Chark.me können in Zukunft die unterschiedlichsten Dienstleistungen integriert werden. Der Nutzer (also der Fahrzeuginhaber) behält dabei natürlich stets die Kontrolle darüber, wer zu welcher Zeit Zugang zum Auto erhält. Verifizierungsprozesse oder der sogenannte virtuelle Zaun sollen Missbrauch verhindern. Das Beste ist: Die Chark.me-App ist für den Kunden komplett kostenlos, er bezahlt lediglich die gewünschte Dienstleistung direkt beim Serviceunternehmen.

MyCleaner und Chark.me

Nie wieder vor der Waschanlage warten

Eine der vermutlich innovativsten Dienstleistungen kommt von MyCleaner. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das die bequeme Autoreinigung quasi an jedem Ort ermöglicht. Die meisten Autofahrer kennen das Problem: In der Regel hat man nur nach Dienstschluss oder am Wochenende Zeit, das Auto zu waschen. Wartezeiten an Waschanlagen, der Benzinverbrauch und das oft nicht zufriedenstellende Reinigungsergebnis sind dabei kaum zu vermeidende Wermutstropfen. Die Handwäsche zuhause ist hingegen noch zeitaufwändiger und vielerorts kaum zu realisieren oder sogar verboten. Hier setzt MyCleaner an. Über Internet oder App kann man die gewünschte Dienstleistung buchen. Ob Innenraumreinigung oder schonende Lackreinigung – verschiedene Reinigungsoptionen bilden das gesamte Spektrum der professionellen Autoreinigung ab. Speziell geschulte Fachkräfte kommen an den Ort, wo das Fahrzeug aktuell abgestellt ist und kommen dabei komplett ohne Strom- oder Wasseranschluss aus. Die Autowäsche ohne Wasser ist durch den Einsatz spezieller Reinigungsmittel möglich, die nicht nur schonend sondern auch umweltfreundlich sind. Außerdem ist diese Art der Fahrzeugreinigung selbst bei Frost problemlos möglich.

Einfache Abwicklung

Durch die Einbindung in die Chark.me-App bieten sich völlig neue Perspektiven. Denn die bisher notwendige Schlüsselübergabe, die beispielsweise für die Innenreinigung zwingend notwendig war, entfällt somit. Der Kunde bucht den Service einfach in der App und der Dienstleister lokalisiert das Fahrzeug über GPS. Dort angekommen, verifiziert der Mitarbeiter durch Eingabe der letzten Ziffern des Kfz-Kennzeichens, dass er tatsächlich vor Ort ist. Der Kunde entsperrt daraufhin das Fahrzeug und schließt es über die App auf. Es braucht keine große Fantasie, sich das Potenzial zur Zeitoptimierung auszumalen, wenn man weiß, dass durchschnittlich 15-30 Stunden jährlich auf die Autoreinigung entfallen. Statt sich also selbst damit zu befassen oder sich in der Waschstraße anzustellen, kann man die Freizeit wesentlich sinnvoller nutzen.

In Zukunft kann das Auto die Reinigung selbst veranlassen

Natürlich ist diese digitale Innovation im Hinblick auf einen modernen Lifestyle durch zahllose Dienstleistungen erweiterbar. Doch gerade für die Autowäsche ergeben sich neue Möglichkeiten. Denn wo der Nutzer heute noch selbst die fällige Reinigung buchen und überwachen muss, ist es künftig durchaus denkbar, dass das Auto diese Vorgänge durch integrierte Prozesse selbst verwaltet. Sensoren können Verschmutzungen erkennen oder einfach nach einem geplanten Zeitschema vorgehen. Eine automatisierte Buchung beim Dienstleister und die völlig autonome Abwicklung sorgen dafür, dass der Fahrer sich nie wieder selbst darum kümmern muss, ein sauberes Auto zu fahren.

Slawa Kister
s.kister@mycleaner.com
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